Für eine hochwertige LED-Beleuchtung mit Farbeffekten und gutem Weißlicht gibt es aktuell 2 verschiedene Arten von LED-Streifen. Die klassischen RGBW-LED-Bänder, bei denen RGB-Farb-LEDs mit nur einer weißen LED gemischt werden und die neueren RGB+CCT LED-Streifen, bei denen warmweiße und kaltweiße LEDs gemeinsam eingesetzt werden:

RGBW LED-Lichtband 12v & 24V
RGBW LED-Streifen
RGB+CCT LED-Streifen
RGB+CCT LED-Streifen

Auf den ersten Blick erscheint es natürlich von Vorteil, gleich 2 Arten weißer LEDs zur Verfügung zu haben. So lassen sich sehr einfach auch verschiedene Farbtemperaturen einstellen und das Licht von einem gemütlichen Warmweiß bis hin zu einem eleganten Kaltweiß verändern.

In diesem Artikel zeigen wir, dass RGB-CCT LED-Bänder aber auch eine Reihe Nachteile haben und sich auch mit RGBW-LED-Streifen sämtliche Farbtemperaturen realisieren lassen. Für nahezu alle Anwendungen sind RGBW-LED-Bänder besser geeignet als die neuen RGB+CCT LED-Streifen.

Nachteile von RGB+CCT LED-Bändern

Beginnen wir einmal direkt mit den Nachteilen von RGB+CCT LED-Bändern gegenüber herkömmlichen RGBW-LED-Bändern:

1) Weniger helles Weiß

Bei den typischen RGB+CCT LED-Streifen sind 5 verschiedene LED-Chips in einem Gehäuse untergebracht, sogenanntes 5in1 Konzept. Die 3 Farben Rot, Grün und Blau, sowie die warmweiße und die kaltweiße LED teilen sich die Gesamtleistung i.d.R. zu gleichen Teilen. Hat das Band z.B. eine Gesamtleistung von 20 Watt/m, stehen für die warmweißen LEDs z.B. nur 4 Watt zur Verfügung. Das ist nicht besonders hell.

Bei einem klassischen RGBW-LED-Band sind nur 4 LED-Chips verbaut, so dass für das Warmweiß dann im Vergleich zumindest 5 Watt zur Verfügung stehen, also 25% mehr Leistung und damit auch 25% mehr Helligkeit. Zudem gibt es spezielle RGB+W LED-Bänder mit extra hellen weiße LEDs, wie das LK04-6o von LED-Studien. Hier haben die weißen LEDs fast 15 Watt/m Leistung und erzeugen über 1.000 Lumen/m. Dies genügt auch für eine richtige Raum-Hauptbeleuchtung.

RGB+WW LED-Streifen
RGBW-LED-Band mit extra hellem Weiß

2) Farben und Weiß nicht zugleich einstellbar

Viele Steuerungen erlauben es bei RGB+CCT nicht, dass gleichzeitig die RGB-Farben und die Weißtöne eingestellt werden können. Entweder leuchten nur die Farb-LEDs oder nur die weißen LEDs.

Als Beispiel die RGB+CCT Steuerung LK55t5w:

Links lässt sich die Farbtemperatur verändern. Auf dem rechten Slider lassen sich die RGB-LEDs steuern. Es geht aber niemals beides gemeinsam. Sobald man z.B. auf den RGB-Slider drückt, gehen die weißen LEDs automatisch aus und umgekehrt.

RGB+CCT Wandsteuerung

Dies hat zum Nachteil, dass sich nur sehr gesättigte Farben einstellen lassen und z.B. kein Hellblau, kein Hellgrün, kein Rosa usw. denn dafür müsste man den farbigen LEDs ein Weiß beimischen können. Bei RGBW hingegen ist dies in aller Regel problemlos möglich.

3) Höhere Anfälligkeit für Defekte

LEDs, die mehrere Chips kombinieren, wie z.B. 4in1 RGBW-LEDs müssen sehr viele Funktionen und damit Lötkontakte auf wenig Fläche vereinen. So sind bei einer 4in1 RGBW-LEDs 8 winzige Lötkotakte auf dem LED-Band an jeder einzelnen LED. Die Leiterbahnen für die Zuführung des Stromes sind dementsprechend recht dünn und eng.

Je mehr Funktionen auf einem einzigen LED-Band vereint sind, desto enger und kleiner werden sätmliche Lötkontake und Leiterbahnen.

Dadurch wird das gesamte Band eher anfällig für Defekte, da z.B. bei unvorsichtigem Biegen die kleinen Lötkontakte schneller abreißen oder Leiterbahnen knicken.

Bei RGB+CCT LED-Bändern ist es dann noch mal 1 Chip mehr, d.h. 10 Lötkontakte an jeder LED, noch engere Leiterbahnen und damit insgesamt noch einmal ein deutlich gesteigerte Fehleranfälligkeit.

8 enge Lötkontakte bei einer 4in1 RGBW-LED

Vorteile von RGB+CCT LED-Streifen

Der Vorteil eines RGB+CCT LED-Streifens ist natürlich die komfortable Änderung der Farbtemperatur von warm- nach kaltweiß. So lassen sich gemütliche Lichtstimmungen mit Warmweiß und solche für höhere Konzentration mit Neutral- oder Kaltweiß sehr schnell einstellen.

So kann z.B. in einem Wohnzimmer am Nachmittag ein Neutralweiß gewählt werden, da man hier noch konzentriert am Esstisch arbeiten möchte oder vielleicht auch das Wohnzimmer putzt. Beim Abendessen wird man dann aber sicher einen warmweißen, gemütlicheren Lichtton bevorzugen.

Welche Farbtemperatur im Wohnzimmer. Warmweiß, Neutralweiß, Kaltweiß.
Verschiedene Weißtöne von warm- bis kaltweiß in einem Wohnzimmer

Die selbe Änderung des Weißtons lässt sich aber genauso auch mit einem normalen RGBW-LED-Streifen erreichen. Dafür braucht es kein RGB+CCT.

Farbtemperatur-Einstellung mit RGBW-LED-Streifen

Es ist nicht notwendig, extra verschiedene weiße LEDs zu verbauen, nur um zwischen warmweißen, neutralweißen und kaltweißen Licht wechseln zu können. Das gleiche lässt sich erreichen, indem man nur einer verbauten weißen LED (z.B. ein schönes Warmweiß) bei Bedarf farbige LEDs beimischt.

Im folgenden der Farbraum eines RGBW-LED-Streifens:

Die Farb-LEDs Rot, Grün & Blau spannen ein Dreieck auf. Alle Farben, die innerhalb des weißen Dreiecks liegen, können problemlos erzeugt werden. Dazu gehören auch die Weißtöne, die in der Mitte auf der schwarzen Kurve abgebildet sind. Diese reichen von sehr warmweißen 2.000K bis sehr kalten 10.000K.

Damit auch natürliche Farben wiedergegeben werden – Stichwort Farbwiedergabe und CRI – muss dabei ein hochwertiges, gut gefülltes Lichtspektrum erzeugt werden. Dafür sorgt hier die warmweiße LED.

RGBW-Farbraum

In einem Test wurden mit einem RGBW-LED-Band LK04-6d von LED-Studien verschiedenste Farbtemperaturen eingestellt:

Verschiedene Farbtemperaturen über RGBW-LED-Streifen realisiert

Hierbei werden die Farbtemperaturen nicht nur optisch sehr präzise erreicht, sondern auch mit einem sehr guten Lichtspektrum und dementsprechend hoher Farbwiedergabe. Als Beispiel 3 verschiedene Messergebnisse mit Lichtspektrum und CRI-Wert:

Kaltweiß mit RGBW
Neutralweiß mit RGBW

Warmweiß mit RGBW

Wie gesagt, wurden alle Ergebnisse mit ein und demselben LED-Band LK04-6d erzielt, dass nur warmweiße LEDs verbaut hat und keinerlei kaltweißen oder andere weiße LEDs. In den Spektren vom kaltweißen und neutralweißen Ergebnis sieht man, wie die blauen und grünen LEDs das Spektrum ergänzen und so die neuen Weißlichttöne erzeugen.

Dabei werden auch durchgängig gute CRI-Werte deutlich über 80 erzeugt. Hat man warmweiße LEDs mit CRI>90 als Basis, wie z.B. beim LK04-6o, werden auch die gemischten Neutral- und Kaltweiß über 90 liegen. Es sind auch noch extreme Farbtemperaturen bis in Richtung 2.000K und 10.000K möglich.

Die einmal eingestellten Farbtemperaturen können bei vielen Funksteuerungen, wie z.B. der LK55-Serie von LED-Studien abgespeichert und bei Bedarf jederzeit wieder aufgerufen werden.

So hat man dann auf der 1 z.B. ein gemütliches Warmweiß, auf der 2 ein kühleres Neutralweiß und auf 3 & 4 noch zwei interessante Farbeffekte.

RGBW LED Handfernbedienung
RGBW-Fernbedienung mit 4 Speicherplätzen

Fazit

Der Artikel zeigt, dass es aus unserer Sicht i.d.R. keinen wirklichen Bedarf für RGB+CCT Lösungen gibt. Verschiedenen Farbtemperaturen in hochwertiger Qualität können mit normalen RGBW-LED-Streifen genauso erzeugt werden und das bei höherer Helligkeit. Zusätzlich sind RGBW-LED-Bänder weniger anfällig für Defekte und Sie erlauben es auch ohne Probleme, Pastellfarben wie Hellblau, Rosa usw. einzustellen.

Als einziger Vorteil bei RGB+CCT bleibt, dass man hier auch stufenlos die Farbtemperatur verändern kann. Bei RGBW sind aktuell nur voreingestellte Farbtemperaturen über Speicherplätze möglich. Die Erfahrung zeigt aber, dass man im Alltag nur ganz am Anfang vielleicht noch ab und an eine stufenlos einstellbare Farbtemperatur nutzt und dann sehr schnell 1 oder 2 Speicherplätze mit den gewünschten Farbtemperaturen belegt und fortan einfach schnell über die Speicherplätze die passende Lichtstimmung wählt.

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