Für kleine LED-Projekte mit 2-3m Länge ist der Aufbau i.d.R. sehr unkritisch und es gibt hier am Markt bereits fertige Sets, die sich einfach installieren lassen. Je größer das Projekt wird, desto anspruchsvoller wird das Ganze und viele Aspekte müssen berücksichtigt werden. Lösungen „von der Stange“ gibt es dann meist nicht mehr oder sie sind für das Vorhaben unpassend.

Je individueller man plant, je größer die Installation wird (mehr als 10m z.B.) und je professioneller man das Ganze realisieren möchte, desto mehr sollte man sich mit den einzelnen Komponenten einer LED-Installation und der am Markt verfügbaren Optionen auseinander setzen.

Netzteile & Controller für LED-Streifen

Fast alle LED-Streifen arbeiten im Niedervoltbereich. Typisch sind 12V und 24V, seltener 5V. Dies hat 2 Vorteile:

  • Niedervoltspanungen sind – anders als die Hausspannung mit 230 Volt – absolut ungefährlich. Es besteht also keinerlei Verletzungsgefahr, selbst bei groben Fehlern in der Installation.
  • Die LEDs können in kürzeren Reihen zusammengefasst (typisch 3 oder 6 LEDs pro Segment) werden. Dadurch sind die LED-Bänder in kürzeren Abschnitten teilbar und lassen sich leichter den baulichen Gegebenheiten anpassen.

1) Passende Netzteile für LED-Streifen

Für den Betrieb eines LED-Lichtband wird daher immer ein passendes Netzteil benötigt. Dieses wandelt die 230 Volt Hausspannung (typisch für Deutschland und viele andere Länder) in eine Niedervolt-Gleichspannung – wie 5V, 12V oder 24V – um. Wichtig ist, dass das Netzteil die für die LED-Installation passende Spannung und natürlich auch genügend Leistung bereitstellt.

24V – 60 Watt
12V – 100 Watt
24V – 320 Watt
24V – 600 Watt

Sicherheitsreserve: Das Netzteil sollte immer wenigsten 10% mehr Leistung zur Verfügung stellen können, als ihre Installation benötigt. Sind z.B. LED-Bänder mit gesamt 270 Watt Leistung verbaut, sollte das Netzteil 300 Watt zur Verfügung stellen können. Ein HLG-320 wäre eine gute Option.

Bei bestimmten Installationen kann man von dieser Regel auch abweichen. Dies sollte dann aber mit einem Fachmann besprochen werden.

Die einfachste LED-Streifen Installation besteht also aus einem Netzteil an 230V und daran angeschlossen der LED-Stripe.

Die „5m-Regel“

Hier gleich ein wichtiger Hinweis: Bilden Sie keine zu langen Ketten mit LED-Streifen mit nur einseitiger Spannungseinspeisung!

Wenn Sie z.B. 5m LED-Band an ein Netzteil anschließen und daran dann noch einmal 5m, wird dieser zweite 5m-Streifen wahrscheinlich nicht mehr richtig leuchten.

Warum? Das Netzteil liefert z.B. 24 Volt Betriebsspannung. Die erste LED auf dem Streifen wird auch mit 24 Volt versorgt. Auch nachfolgende LEDs noch, aber jede LED, jedes Bauteil auf dem Streifen, jedes Zentimeter Leiterbahn ist ein kleiner Widerstand, der die Spannung langsam senkt.

Da die Spannung die Helligkeit der LEDs bestimmt, werden diese mit zunehmender Länge der Installation immer dunkler. Bei Längen deutlich über 5m ist das dann meist auch sichtbar. Zudem steigt die Strombelastung für alle Bauteile, was deren Lebensdauer verringert und zu Überhitzungen führen kann.

Wie können Sie also große LED-Installationen deutlich über 5m Länge realisieren? Die Spannung muss einfach regelmäßig neu in das Band eingespeist werden.

Da Sie überall auf dem LED-Lichtband Lötkontakte haben, ist das i.d.R. auch gar kein Problem. An jeder Teilungsmarkierung auf dem Band können neue Kabel angelötet werden.

Ebenso sind die meisten LED-Bänder aus diesem Grund auch auf Standard 5m-Rollen mit bereits vorhandenem Anschlusskabel verfügbar.

Schnittmarken & Lötkontakten alle 2cm

Ebenso ist es möglich, die Spannung einfach mittig einzuspeisen. Haben Sie z.B. eine Strecke von 10m, können Sie die Spannung genau mittig einspeisen und haben dann in beide Richtungen die „5m-Regel“ beachtet.

2) LED-Controller für Dimmen & Farbsteuerung

Möchten Sie die Helligkeit der LED-Streifen verändern – sprich Dimmen – muss ein zusätzlicher LED-Controller integriert werden. Der Controller wird immer zwischen Netzteil und LED-Streifen installiert.

Viele Controller – oder LED-Dimmer – können dann über Funk gesteuert werden.

Funk-LED-Dimmer

Funk Handfernbedienung
Funk Wandsteuerung

Es gibt aber auch zahlreiche Modelle für eine kabelgebundene Steuerung.

Z.B. über Heimautomationslösungen wie 1-10V, KNX oder DALI.

Passender Spannungsbereich beim Controller

Wichtig ist dabei, dass der Controller auch für die Betriebsspannung des Netzteils geeignet ist. Dazu sollte eine entsprechende Angabe aufgedruckt sein, wie hier „12-36VDC“:

Genügend Ausgangsleistung beim Controller

Ebenso wichtig ist es, dass der Controller mit der Anschlussleistung der LED-Installation zurecht kommt. Gewöhnlich ist auf den Controllern eine von / bis Angabe (im Bild oben 96-288 Watt), da die max. Anschlussleistung von der Betriebsspannung abhängt. Einfacher ist es da, sich an der max. Stromstärke (im Bild oben 8 Ampere) zu orientieren.

Mit einer ganz einfachen Formel kann man die Stromstärke einer LED-Installation berechnen:

Liegt die max. Stromstärke des Controllers über der Stromstärke der geplanten LED-Installation, ist der Controller geeignet.

LED Aluprofile

Die meisten LED-Streifen sind rückseitig mit einem doppelseitigen Klebeband ausgestattet und lassen sich so auf verschiedensten Untergründen leicht montieren. Verwenden Sie aber bei allen LED-Streifen mit mehr als 5W/m Leistung, möglichst einen Untergrund aus Metall, der die Verlustwärme der LEDs aufnehmen kann. Nur so werden die LEDs lange hell bleiben und zuverlässig leuchten.

Eine sehr gute Lösung sind entsprechende LED Aluprofile, die es in verschiedensten Bauformen gibt:

LED Aluprofil
Flaches U-Profil PL1
LED Eckprofil
45° Eckprofil W12

Trockenbau-Profil TBP13

Nahezu alle LED Aluprofile bieten eine passende Kunststoff-Abdeckung – meist aus Polycarbonat (PC), seltener aus PMMA – die die LEDs dann vor Staub, Schmutz und bei manchen Vertretern auch Feuchtigkeit schützt.

Die Abdeckungen gibt es i.d.R. in transparent und opal / satiniert. Die opal / satinierten Vertreter streuen das Licht noch etwas besser und – meist wichtiger – verhindert, dass man die LED-Punkte direkt sehen kann. Im optimalen Fall soll die Abdeckung durchgehend homogen leuchten und keinerlei LED-Punkte mehr zeigen. Hierfür ist aber auch eine ausreichende LED-Dichte und ein ausreichender Abstand der opalen Abdeckung zu den LEDs entscheidend. Gute Händler bieten hier Beispielbilder, an denen man sich orientieren kann.

Beispielbilder beim W12-Eckprofil

Typischerweise werden LED Aluprofile in 2m Längen angeboten. Mit einer Hand-Gehrungssäge kann man die Profile dann vor Ort passend zusägen. Besondere Technik wird hier nicht benötigt.

Für die Montage der Aluprofile an Wand oder Decke gibt es dann meist spezielle Montageclips oder Montageschienen. Da die Profile sehr leicht sind, können Sie meist aber auch mit etwas doppelseitigem Klebeband oder Montagekleber befestigt werden.

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