Nach 12V und 24V-Versionen, zeigen sich nun auch langsam Vertreter einer neuen Generation LED-Streifen auf 48 Volt Basis. Warum diese Entwicklung?

Die ersten populären LED-Streifen arbeiteten nur mit einer Betriebsspannung von 12V. 3 LEDs werden dafür jeweils in einem Segment in Reihe geschalten, so dass sich vergleichsweise kurze, teilbare Segmente ergeben, was den LED-Streifen flexibel anpassbar macht. Ein LED-Band mit z.B. 60 LED/m, lässt sich dann 20 mal teilen, sprich alle 5cm.

Nachteil der 12V Betriebsspannung ist jedoch zum einen die hohe Stromstärke, die ggf. stärkere LED-Controller und dickere Kabel bedingt und des weiteren der schnelle Spannungsabfall bei 12V, der dazu führt, dass nur kurze Strecken (<5m) mit einer einzelnen Spannungseinspeisung realisierbar sind.

Da LED-Streifen mit der Zeit immer günstiger herstellbar waren, konnten schnell höhere LED-Dichten mit z.B. 120 LED/m und mehr realisiert werden. Hier konnten nun in einem 5cm-Segment gleich 6 LEDs untergebracht und mit 24V versorgt werden. Die Teilbarkeit blieb bei 24V also gleich, Spannungsabfall und Stromstärke halbierten sich aber. Alle modernen LED-Installationen werden daher mit 24V realisiert. Nur bei sehr kleinen Projekten, ggf. mit Akkuversorgung wird noch 12V eingesetzt.

Nun also der nächste Schritt: 48 Volt

Für 48V werden i.a.R. 12 LEDs in einem Segment zusammengefasst. Ein LED-Band mit 120 LED/m hat demnach 10 Segmente und ist alle 10cm teilbar. Für die meisten Anwendungen ist dieser Teilungsabstand noch genau genug. Vorteil ist die gegenüber 24V nochmals halbierte Stromstärke, so dass auch lange Installationen von >10m mit nur einer Spannungseinspeisung möglich werden. Gerade für Linienleuchten oder indirekte Beleuchtung in sehr schmalen Vouten kann das ein entscheidender Vorteil sein.

Die Auswahl an 48V LED-Streifen ist noch sehr begrenzt. Höhere LED-Dichten mit z.B. 240 LED/m wären für einige Anwendungen wünschenswert.

Hauptproblem ist aber, dass es kaum LED-Controller / Dimmer gibt, die 48 Volt unterstützen. Hier müssen die Hersteller noch nachziehen.

Der Betrieb an LED-Schaltnetzteilen mit 48V (z.B. MEANWELL HLG-…-48) ist aber heute bereits möglich und über 1-10V Eingänge sind diese auch in gewissem Maße dimmbar.

Warum nicht gleich 230V LED-Streifen einsetzen?

Eine weitere Alternative sind LED-Streifen, die sich direkt an 230V betreiben lassen. Bei diesen sind noch viel mehr LEDs in einem Segment in Reihe geschaltet, so dass Sie mit einem einfachen kleinen Gleichrichter direkt an 230V betrieben werden können.

Die Stromstärken und der Spannungsabfall ist dabei sehr gering, so dass lange Installationen ohne neuerliche Spannungseinspeisung realisierbar sind.

Die 230V bringen aber auch zahlreiche Nachteile mit sich, die wir in einem eigenen Blogbeitrag zusammengefasst haben. Hauptproblem ist, dass 230V eine lebensgefährliche Spannung sind (Schutzkleinspannung endet bei 90VDC / 50VAC) und daher entsprechende Schutzmaßnahmen, wie ein dicker Silikonschlauch notwendig werden.

Wir sehen für 230V maximal im Außenbereich (Gartenbeleuchtung etc.) sinnvolle Anwendungen und setzen bei Innenanwendung auf zukünftige Entwicklungen im Bereich 48V.

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